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DESENGAÑO

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An diesem schönen Frühlingstag, dem 22. Mai 2019, stand ich im Treppenhaus eines großartigen Schlosses und machte mir Gedanken über ein dort befindliches Monumentalgemälde, das hier abgebildet ist. Zwei Wochen zuvor hatten wir unsere Brüderreise abgeschlossen ( Baudrang ), ich war zurück in meiner Wahlheimat Schweden und befand mich gerade auf einer Spritztour im Norden Stockholms. Das Bildnis maß in der Höhe bestimmt zwei Meter und war in der Breite noch größer. Es war zu sehen, dass es nicht fachgerecht transportiert worden war. Man konnte noch Faltspuren ausmachen und sich vorstellen, wie man es einmal, brutal zusammengebeugt, auf einen Ochsenkarren geworfen und mühselig gen Norden transportiert hatte. Zudem sah das Bild beschnitten aus. Im Originalzustand war es sehr wahrscheinlich um einiges breiter. So, wie ich vor dem Gemälde stand, kam mir plötzlich eine Eingebung: „Könnte es sein? Nein, sicher nicht! Aber vielleicht doch!“ Reichsgraf Kaspar von Hohenems (1613) Painter : Unknow...

DER ERDE GOTT, DAS GELD!

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Auf der Suche nach Palazzo Alttemps Wir blicken auf einen immensen Platz, der zwar eher schmal, aber mindestens einen halben Kilometer lang ist. Im Inneren befinden sich Fontänen und ein Obelisk als Hauptattraktionen. An den Langseiten reihen sich kunstvolle Kirchen und andere Gebäude aus der Barock- und Renaissancezeit aneinander. Was ist das für ein Platz und was machen wir hier an diesem leicht bewölkten Tag im April? Dieses gewaltige Viereck heißt „Piazza Navona” und liegt im Herzen des Renaissanceviertels der römischen Altstadt, ein Wirrwarr von Gebäuden und kleinen Gassen – meiner Meinung nach der charmanteste Teil Roms. Ich bin hier auf der Suche nach dem Palast des ehemaligen Würdenträgers im Vatikan Merk Sittich III. von Ems (1533–1595), der zu den reichsten und einflussreichsten Kardinälen seiner Zeit zählte. Aus dem Blogbeitrag Baudrang geht hervor, dass unsere Brüderreise auf den Spuren der alten Emser bereits im Mai 2019 ihr Ende fand. Diese Suche nach dem Palast, die ic...

DE CLARIS MULIERIBUS

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Porträt einer Adelsfamilie Doppelseite aus Schilling [1485], Spiezer Chronik    Quellle : Burgerbibliothek Bern Als ich mit diesem Blog über die Geschichte des Hauses Ems begann, konnte ich dessen stattlichen Umfang nicht vorhersehen. Mittlerweile umfasst er 23 Abschnitte und es werden weitere folgen! Hätte ich im Voraus gewusst, wie viel Arbeit mich erwarten würde, hätte ich dieses Projekt niemals begonnen! Doch nun liegt der Großteil des Werkes hinter mir. Wenn ich jetzt auf die vielfältigen Personenporträts darin zurückblicke, fällt mir auf, dass kein einziges dem Schicksal einer Person des schönen Geschlechts gewidmet ist! Das sollte mich nicht erstaunen. Beim Verfassen von Chroniken über die ferne Vergangenheit ist man auf die oft spärlichen schriftlichen Quellen angewiesen, die über die Jahrhunderte hinweg überdauert haben. Nun ist unbestritten, dass diese Quellen eine erhebliche Voreingenommenheit aufweisen. Sie konzentrieren sich nicht nur auf die mächtigen und wohlh...