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NOMEN EST OMEN

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Es war gerade der 7. Juli 1974. Ich befand mich mit meiner Frau Alice endlich wieder mal auf Urlaubsreise, nach einem langen und ereignisreichen Berufsjahr als Studienrektor für Volkswirtschaft an der Universität Stockholm. Erste Station der Reise war Frankfurth am Main, wo wir alte Studienfreunde besuchten. Diese luden uns zu einer Spritztour durch die Weinregionen der Pfalz ein, die uns zum abgebildeten Ortschild führte.  Damals war ich noch jung und dynamisch, mitten in der Karriere, und ohne jeglichen Drang nach Ahnen- oder Namensforschung. Der Name „Ems” auf dem Schild war für mich aber doch interessant, da er mich an eine Geschichte erinnerte, die ich aus meiner Schulzeit noch gut in Erinnerung hatte: die Episode der „Emser Depesche”, die den Krieg zwischen Preußen und Frankreich im Jahr 1870 auslöste. Bad Ems war früher ein beliebter Kurort der gehobenen Gesellschaft. Preußens König Wilhelm war ein gern gesehener Gast und verbrachte auch den Sommer 1870 dort. Die Episode d...

EMSER ZWEIFALT

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In meinen Jugendjahren war ich immer der Ansicht, dass unser Familienname nur uns vorbehalten sei und es keine andere Familie mit diesem Namen gäbe. Das ist leicht begreiflich, da der Name „Ems” tatsächlich selten ist. Bis zu meinem 37. Lebensjahr hatte ich außerhalb der Großfamilie noch nie jemanden namens Ems getroffen. Und dabei wäre es sicher geblieben, hätte ich damals nicht Kalifornien besucht. Im Jahr 1981 verbrachte ich einige Monate an der Universität in Berkeley bei San Francisco, um einen Professor zu treffen, der mir bei meiner Dissertation weiterhelfen konnte. Dies waren sehr ertragreiche Monate, was aber nicht das Thema dieses Textes ist. Eine reizvolle Universität in Kalifornien Stattdessen erinnere ich mich heute noch an eine Episode, die ich gerne mit den Lesern teilen möchte. Bei einer der zahlreichen Partys an der Universität sprach mich eine Kollegin an und fragte, ob ich schon Kontakt zu meinen Verwandten in San Francisco aufgenommen hätte. Ich war sprachlos. Verwa...

WAS IST MIT UNS?

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Der erste fotografisch dokumentierte Emser Johann Ems ( 1811-74 )      Quelle : Helmut Sicheritz Im Juni 2022 war ich in Bad Vöslau bei Wien auf „Gesundheitsurlaub”. In Österreich ist es Brauch, dass die Krankenkasse ihren Versicherten alle drei Jahre einen dreiwöchigen Kuraufenthalt spendiert. Da mein Bruder Ludwig immer mit Begeisterung von seinen Kuren erzählt hatte, wollte ich ihn dieses Mal begleiten, um selbst herauszufinden, worum es dabei geht. Bad Vöslau war eine angenehme Erfahrung für mich, aber darüber können wir uns ein andermal unterhalten. Ludwig war ein sehr aktiver Kurgast und bereicherte seinen Aufenthalt mit zusätzlichen Spaziergängen und Ausflügen. So nahm er mich eines Tages mit auf eine Überraschungsspritztour, die durchaus Bezug zu diesem Blog hat. Nach einer Viertelstunde Fahrt mit dem Auto kamen wir zu einem dünnen Bächlein, das schnurgerade durch die Gegend plätscherte. Die Ufer waren von Büschen verdeckt und rechts davon lief ein schmaler Weg, w...