WEIBLICHE NACHHUT
Der Zug des Todes ... ... mit Zugglöckchen eingeleitet Künstler : Spangenberg (1876) Quelle : Alte Nationalgalerie Berlin Es war Mittagszeit in Hohenems, an diesem kühlen Novembertag, den zwölften, im Jahr 1759. Plötzlich, gleich nach dem Angelusläuten, begann die Zugglocke in der Karlskirche zu schellen. Reichsgraf Franz Wilhelm III. , der letzte Emser, war von hinnen geschieden. Schon sieben Tage zuvor hatte Franz Wilhelm in Graz seinen Geist aufgegeben. Am Morgen danach wurde eine Depesche nach Hohenems abgesandt, die von den Postboten Tag und Nacht hindurch in Staffeln spornstreichs befördert wurde. Nach fünf Tagen war sie am Arlberg angekommen. Doch ein früher Schneesturm verzögerte den Transport. Die Ledertasche mit der traurigen Nachricht musste mühselig Schritt für Schritt durch den Schnee über den Pass geschleppt werden. Am Vormittag des 12. Novembers war es schließlich so weit: Die Depesche konnte dem Herrschaftsverw...