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WEIBLICHE NACHHUT

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Der Zug des Todes ...          ... mit Zugglöckchen eingeleitet Künstler : Spangenberg (1876)        Quelle : Alte Nationalgalerie Berlin Es war Mittagszeit in Hohenems, an diesem kühlen Novembertag, den zwölften, im Jahr 1759. Plötzlich, gleich nach dem Angelusläuten, begann die Zugglocke in der Karlskirche zu schellen. Reichsgraf Franz Wilhelm III. , der letzte Emser, war von hinnen geschieden. Schon sieben Tage zuvor hatte Franz Wilhelm in Graz seinen Geist aufgegeben. Am Morgen danach wurde eine Depesche nach Hohenems abgesandt, die von den Postboten Tag und Nacht hindurch in Staffeln spornstreichs befördert wurde. Nach fünf Tagen war sie am Arlberg angekommen. Doch ein früher Schneesturm verzögerte den Transport. Die Ledertasche mit der traurigen Nachricht musste mühselig Schritt für Schritt durch den Schnee über den Pass geschleppt werden. Am Vormittag des 12. Novembers war es schließlich so weit: Die Depesche konnte dem Herrschaftsverw...

ABENDROT

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Die Ambrasser Rüstungssammlung, ausgestellt im Unteren Belvedere 1814-90 Künstler : Goebel (1875)    Quelle : Kunsthistorisches Museum, Wien An einem Frühsommertag im Jahr 1854 besuchte eine Edeldame im mittleren Alter Prinz Eugens Prunkschloss Belvedere in Wien. Nachdem sie den Schlosspark hinunter zum Unteren Belvedere spaziert war, betrat sie die Ausstellungsräume dieser eindrucksvollen Anlage. Bald blieb sie vor vier alten Rüstungen stehen, die nebeneinander an der Wand hingen. Und dort verweilte sie in tiefer Konzentration. Der Kustos der Schlosssammlungen befand sich zufällig im gleichen Raum und wurde auf die Dame aufmerksam; sie war ja die einzige Besucherin an diesem stillen Vormittag. Er gesellte sich zu ihr und wollte sie über die Geschichte der Rüstungssammlung des Saals aufklären. Zu seiner Überraschung unterbrach sie ihn gleich und erzählte ihrerseits den Lebenslauf der vier Helden, die die Harnische einst getragen hatten. Mehr noch, sie erklärte ihm auch, dass ...

DIE LETZTE REISE

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Hier stehen die drei Emser Brüder stolz vor dem berühmten Monumentalgemälde „Hohenemser Festtafel“ ( Fortes Fortuna adiuvat ). Am Tag zuvor, dem 1. Oktober 2025, sind wir per Auto von Wien zur alten böhmischen Königsstadt Polička gereist, um noch ein letztes Mal den Emsern nachzuspüren. In dieser kleinen Prunkstadt befindet sich die Hohenemser Porträtgalerie , in der ein Großteil der noch erhaltenen Emser Bildersammlung ausgestellt ist. In mehreren Sälen kann man dort die Konterfeis der meisten Emser vom 15. bis zum 18. Jahrhundert bewundern. Gerade sind wir vom Schloss Frischenberg  in Bistrau (Bistré) gekommen und werden bald 50 Kilometer weiter ostwärts nach Mähren steuern, um den Rest der Sammlung im Schloss Kunigwald (Kunin) zu besichtigen. Polička liegt fast 520 Kilometer ostwärts von Vorarlberg, wie der Vogel fliegt. Wie kommt es, dass die Emser Bildersammlungen so weit von den Emser Herrschaftssitzen entfernt aufbewahrt werden? Nur Geduld! Um das zu klären, müssen wir wied...