DESENGAÑO

An diesem schönen Frühlingstag, dem 22. Mai 2019, stand ich im Treppenhaus eines großartigen Schlosses und machte mir Gedanken über ein dort befindliches Monumentalgemälde, das hier abgebildet ist. Zwei Wochen zuvor hatten wir unsere Brüderreise abgeschlossen (Baudrang), ich war zurück in meiner Wahlheimat Schweden und befand mich gerade auf einer Spritztour im Norden Stockholms.

Das Bildnis maß in der Höhe bestimmt zwei Meter und war in der Breite noch größer. Es war zu sehen, dass es nicht fachgerecht transportiert worden war. Man konnte noch Faltspuren ausmachen und sich vorstellen, wie man es einmal, brutal zusammengebeugt, auf einen Ochsenkarren geworfen und mühselig gen Norden transportiert hatte. Zudem sah das Bild beschnitten aus. Im Originalzustand war es sehr wahrscheinlich um einiges breiter.

So, wie ich vor dem Gemälde stand, kam mir plötzlich eine Eingebung: „Könnte es sein? Nein, sicher nicht! Aber vielleicht doch!“

Reichsgraf Kaspar von Hohenems (1613)
Painter: Unknown   Quelle: Porträtgalerie Policka

Vor über vierhundert Jahren war weit im Süden ein Reichsgraf am Alpenrhein damit beschäftigt, sein Schloss und sein Lusthaus mit allerlei Kunstschätzen auszuschmücken. Kaspar war sein Name und er sah es als seine Aufgabe an, seinen Hohenemser Palast fertigzustellen und standesgemäß auszustatten (Der Landesherr). Er war ein eifriger Bildersammler und beauftragte außerdem mehrere Künstler, Porträts und andere Motive für seine Prunksäle neu zu verfertigen. Aus den verschiedenen Inventarverzeichnissen seiner Herrschaft geht beispielsweise hervor, dass er seinen „Hofmaler“ Hans Jakob Noppis im Jahr 1619 anwies, sechs große Schlachtszenen mit Bezug auf die Emser zu malen.

Diese sechs Schlachtbilder sind leider verschollen und die näheren Details nicht mehr bekannt. Aber man kann sicher sein, dass eines der Gemälde die Schlacht von Pavia im Jahr 1525 darstellte, die als eine der berühmtesten militärischen Auseinandersetzungen des 16. Jahrhunderts gilt (Drei Helden zu Pavia): Karl V. errang damals einen großen Sieg über seinen Widersacher, den französischen König Franz I., und ein Emser namens Merk Sittich I. hatte einen entscheidenden Anteil daran.

Fast dreißig Jahre später, im Jahr 1646, befand sich ein schwedischer Feldmarschall namens Gustav Wrangel (1613-76) gerade auf Kriegszug in Bayern, und zwar zusammen mit seinem Kollegen Turenne (1611-75) aus Frankreich. Nachdem sie gemeinsam ganze Landschaften verwüstet und geplündert hatten, galt es laut Turenne, gute Winterquartiere zu finden. Er zog sich mit seinen Truppen nach Württemberg zurück. 

Feldmarschall  Gustav Wrangel
Künstler: Grimm (1660)   Quelle: Peter Bierl Kunstantiquariat

Wrangel hingegen war von Kriegsbeuten noch lange nicht gesättigt und wollte weiterplündern. So zog er im Winter gen Süden zum Bodensee und dem bisher von den Kriegszügen unberührten Alpenrhein. Dort lag die große, stark befestigte und als uneinnehmbar geltende Stadt Bregenz.

Am 4. Jänner 1647 fiel General Wrangel in Bregenz ein. All die Schanzen, Sperren und Gräben am schmalen Zugang zur Stadt waren für nichts! Die Schweden hatten einen Zugang über die Berge gefunden und griffen plötzlich den verschanzten Landsturm von hinten an. In der folgenden Panik wurden bis zu 6000 Verteidiger und Stadtbewohner niedergemetzelt; die Stadtfestung ergab sich kampflos und wurde besetzt.

Die Eroberung von Bregenz 1647
Seite aus Bodenehr [1720], Force d'Europe   Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

Wrangel wusste nicht, dass alle großen Herrschaften am Alpenrhein und in Südschwaben ihre mobilen Kostbarkeiten in dieser Festung magaziniert hatten. So war er äußerst überrascht, als er einen immensen Schatzhort in den Sälen und Vorratskammern vorfand. Man bewertete damals das beschlagnahmte Beutegut auf ganze 4 Millionen Gulden (Bergmann [1853]) (rund eine Milliarde Euro bei einem Goldpreis von € 75/gr.). Dieser „Nibelungenschatz“ musste mühselig mit fünfhundert schwer beladenen Ochsenkarren gen Norden transportiert werden.

Ein Jahr später wurde der Westfälische Frieden geschlossen und Wrangel kehrte zu seinen Besitzungen zurück. Mit seinem Beutegut konnte er den Neubau zweier Paläste finanzieren: ein Stadtschloss in Stockholm und ein ansehnliches Barockschloss auf seiner Herrschaft Skokloster, etwa 50 Kilometer nördlich von Stockholm. Nun wieder zurück ins Jahr 2019 und zu meinem Besuch im Schloss Skokloster, in dessen Treppenhaus ich das oben abgebildete Monumentalgemälde entdeckte und bestaunte.

Skokloster Slott, mit Emser Beutegut mitfinanziert
Auflschlag aus Dahlberg [1720], Svecia antiqua et hodierna    Quelle: Kungliga biblioteket

Ich glaube, der Leser versteht jetzt meine Reaktion auf dieses Bild. Wir wissen, dass auch die Emser, entweder Kaspar selbst oder sein Sohn Jakob Hannibal II., ihre wertvollsten Kunstwerke nach Bregenz führten, um sie vor Kriegsplünderungen zu schützen. Die Tafel im Treppenaufgang des Schlosses Skokloster, die die berühmte Schlacht zu Pavia abbildet, könnte leicht dabei gewesen sein. Sie ist von keinem großen Künstler, sondern eher von einem habilen Handwerker gemalt, und leider nicht signiert. Sie zeigt jedoch unverkennbar den Höhepunkt der Schlacht, die Gefangennahme des französischen Königs! Das ist auch im Bildtext angegeben.

Auch wenn wir nicht beweisen können, dass dieses Bildnis von den Emsern stammt, so kann es uns doch als Hinweis auf einen der Tiefpunkte des Geschlechts dienen. Denn Wrangel begnügte sich nicht mit der Plünderung von Bregenz. Anschließend zog er mit seinem Heer nach Süden und durchstreifte den rechten Alpenrhein bis zum Luciersteig. Sämtliche Herrschaften, Städte und Dörfer in der Region wurden gebrandschatzt, das heißt, sie mussten immenses Lösegeld zahlen, um von Plünderungen verschont zu bleiben. 

Von dieser gewaltigen Erpressungsrunde im Frühling des Jahres 1647 waren auch die Emser Herrschaften Lustenau, Hohenems, Vaduz und Schellenberg betroffen. Eine Katastrophe für die Dynastie, vergleichbar mit der Eroberung von Hohenems durch die Appenzeller mehr als zweihundert Jahre zuvor (Am Abgrund)!

Das Emser Renaissanceschloss...                ... und das Wrangelsche Barockschloss
                Künstler: Obach [1845]             Bild aus Gaimard [um 1850], Voyages en Scandinavie
Quelle
: Vorarlberger Landesbibliothek                         Quelle: Natsjonalmuseet Oslo

Würden die Emser sich von dieser Tieflage noch dazu aufraffen können, ihren Ruhm und Reichtum zurückzugewinnen und somit die Widerbelebung nach der Appenzellerkatastrophe (Phoenix ascendens) nachzuvollziehen? Um eine traurige Geschichte kurz zu summieren: Es gelang ihnen nicht. Mehr als achtzig Jahre des Abstiegs waren im Gange.

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Dieser Rückgang begann allerdings schon fast dreißig Jahre vor Wrangels Verwüstung des Alpenrheins. Wir erinnern uns: Das Haus Ems erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 1620, als Kaspar von Hohenems (1573-1640) zusammen mit seinem Sohn Jakob Hannibal II. (1595-1646) im Mai den Habsburgern den Ankauf eines ansehnlichen Teils deren Vorarlberger Besitzungen vorschlug (Grandiose Erwartungen). Der Reichsgraf wollte damit seine bisherigen Herrschaften abrunden, um ein „Rätisches Fürstentum” für sein Geschlecht zu schaffen: der Emser Herrschaftsplan.

Das Angebot kam jedoch zu einem für die Emser ungünstigen Zeitpunkt. Ein Jahr früher hätte es größere Chancen gehabt. Denn 1619 war das große Unglücksjahr der Habsburger. Kaiser Matthias war am 20. März gestorben und sein Nachfolger Ferdinand II. hatte mit einer Reihe von Krisen zu kämpfen. Böhmen und Mähren hatte er schon verloren – sie wurden vom „Winter“-Gegenkönig Friedrich von der Pfalz (1596-1632) regiert. Zwar gelang es Ferdinand im September nach schwierigen Verhandlungen, die Kaiserwürde zu ergattern, doch erwarteten die katholischen Reichsteile, dass er zügig gegen Böhmen vorgehen würde. Doch ihm fehlten die nötigen Mittel für einen großen Kriegszug. In dieser Lage wäre das Emser Angebot von 100.000 Gulden goldrichtig gelegen.

Kaiserkrönung Ferdinands II.
Seite aus Latomus [1619], Relationis historicae semestrialis continuatio ...   
Quelle
: Forschungsbibliothek Gotha

Im Frühling und Sommer 1620 sah die Lage ganz anders aus. Während die Beamten in Innsbruck noch Kaspars Angebot analysierten und ihren Einspruch vorbereiteten, hatten die Habsburger bereits finanzielle Hilfe für den Kriegszug erhalten. Maximilian von Bayern (der Salzburgbezwinger, Im Land des weißen Goldes) stellte Ferdinand die Armee der Katholischen Liga für den Einfall in Böhmen zur Verfügung; allerdings gegen Ersatz seiner Feldzugskosten im Nachhinein – diese beliefen sich letztendlich auf mehr als 13 Millionen Gulden (Rauscher [2008]) –, und mit Österreich ob der Enns und den zurückeroberten Gebieten als Pfand der Schuldtilgung. Kaspars Zuschuss war nicht mehr gefragt.

Gleichzeitig brachen am Alpenrhein in Graubünden (Grandiose Erwartungen) große Unruhen aus. In den habsburgischen Besitzungen im überwiegend protestantischen Prättigau wollte sich die Bevölkerung von der katholischen Herrschaft befreien. Auch im Veltlin brodelte es und das Tal brach von den Bünden los. Nach langer Friedenszeit waren wieder Militärzüge von Tirol aus über den Luziersteig nach Graubünden unterwegs. Der utopische Emser Herrschaftsplan, eine neutrale Friedenszone am Alpenrhein unter der Leitung von Kaspar als Friedensfürst zu gestalten, verblasste angesichts der brutalen Wirklichkeit!

Als dann die Armee der Katholischen Liga unter der Leitung von Marschall Tilly im November 1620 in Prag einzog, kurz darauf den protestantischen Gegnern in der Schlacht am Weißen Berg den Garaus machte und Ferdinand wieder als König von Böhmen einsetzte, war Kaspars Plan kein Thema mehr. Die Habsburger sahen sich jetzt wieder als Großmacht im Reich und hatten keinen Nutzen von Kleinmächten am Alpenrhein. Schon gar nicht, da weder Kaspar noch sein Sohn Jakob Hannibal sich als Kriegsherren präsentieren konnten, die die Habsburger in ihrer Machtstellung erfolgreich unterstützen könnten, so wie es ihre tatkräftigen Vorfahren drei Generationen lang getan hatten. Der Emser Herrschaftsplan wurde folgerichtig zurückgewiesen.

Die Schlacht am Weißen Berge 1620
Seite aus Abelinus [1662], Theatrum Europaeum    Quelle: Bayerische Staatsbibliothek

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Dies war der erste Rückschlag und der Beginn des Niedergangs der Emser Macht und Herrlichkeit. Bald wurde auch Vorarlberg und damit die Emser Herrschaften stark in die Geschehnisse des Dreißigjährigen Kriegs (1618-48) hineingezogen, die größte Katastrophe, die das Reich seit der Zeit der Großen Pest (Der König ist tot ...) heimgesucht hat. Man rechnet damit, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung im Reich in dieser langen Kriegsperiode dezimiert wurden – eine Todesrate, die in der Geschichte nur vom Schwarzen Tod übertroffen wurde –, von der großflächigen Zerstörung des Landes und der Verarmung der überlebenden Bevölkerung ganz zu schweigen. Zum Vergleich: Die gesamte Todesrate in Deutschland durch den Zweiten Weltkrieg lag „nur” bei 9 Prozent.

Der Alpenrhein wurde direkt vom Krieg vor allem zu Beginn und Ende der Periode betroffen. Die Aufstände im Prättigau und Veltlin im Jahr 1620 entwickelten sich zu einem allgemeinen Krieg zwischen den Bünden, in den auch die österreichischen Habsburger, Spanien, Frankreich und zeitweise Venedig sowie die Eidgenossen involviert waren. Die langwierigen Kriegshandlungen, die unter dem Namen „Bündner Wirren” bekannt wurden und sich mit dem „Mantuanischen Erbfolgekrieg” fortsetzten, dauerten mit Unterbrechungen bis 1637 (Seger [1967]). Sie führten regelmäßig zu Truppendurchzügen und Einquartierungen in der Herrschaft Vaduz. Zeitweise fielen auch Bündner Truppen in Vaduz ein und richteten großen Schaden an.

Die Bündner befreien die Stadt Chur von den spanischen Okkupanten im Mai 1622
Künstler: Unbekannt [um 1650],     Quelle: Rätisches Museum Chur

Der nächste direkte Kriegseinbruch erfolgte gegen Kriegsende, als Wrangel die Festungen Bregenz und Neuburg stürmte und anschließend den rechten Alpenrhein bis zum Luziersteig durch Brandschatzung und Besetzung verödete. Dieses Thema haben wir eingangs behandelt. Doch das war bei Weitem nicht alles. Von den Bündner Wirren bis zum Frieden von Osnabrück im Jahr 1648 war Vorarlberg ständig indirekt in die Kriegsgeschehnisse einbezogen.

Noch in Friedenszeiten hatte Kaspar von Hohenems einen Durchzugsvertrag mit Spanien abgeschlossen, der ihm hohe jährliche Subsidien bescherte (Der Landesherr). Mit den österreichischen Habsburgern hatte er vom Grafen Sulz beim Kauf der Herrschaften Vaduz und Schellenberg einen vergleichbaren Vertrag geerbt. Jetzt zeigte sich die Kehrseite dieser Vereinbarungen. Anstelle regulärer und disziplinierter Regimentszüge, deren Einquartierungskosten pünktlich bezahlt wurden, kamen jetzt ständige „Besuche” von verlotterten und hungernden Haufen, die wie Heuschrecken alles auffraßen. Auch die jährlichen Subsidien blieben allmählich aus und eine Bezahlung der Truppeneinquartierungen war nicht mehr zu erwarten. Hinzu kamen vom Kaiser befohlene Zwangseinquartierungen von Reichsregimentern in allen Emser Herrschaften, die der Reichsgraf selbst zu tragen hatte.

Die Grauen des Krieges
Callot [1633], Les misères et les malheurs de la guerre   Quelle: Staatsgalerie Stuttgart

Diese ständigen Durchzüge von Truppen führten auch Seuchen mit sich, die die Region jahraus, jahrein heimsuchten. Besonders zu erwähnen sind eine Pockenseuche und eine Wiederkehr der Beulenpest, die zusammen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung dahinrafften. Hinzu kamen Missernten sowie die Belastung durch ständig steigende Steuern und Abgaben, die die Untertanen und Herrschaften zu leisten hatten. Ein Beispiel: In den Herrschaften Vaduz und Schellenberg hatte Graf Kaspar beim Kauf die von den Untertanen zu zahlende Reichssteuer in Gnaden erlassen und durch eine moderate Pauschalabgabe an die Herrschaft ersetzt. Damit nahm er die Bezahlung sämtlicher Reichssteuern auf sich, sodass er die ständigen Erhöhungen dieser Abgaben durch den Krieg allein zu tragen hatte.

Kaspar als Landesherr musste all seine administrative Begabung und angeborene Frugalität einsetzen, um seine Besitzungen einigermaßen über Wasser zu halten. Und es gelang ihm auch, den Besitz durch eine äußerst sparsame Haushaltsführung für seine Nachkommen zu bewahren. Dazu trug bei, dass er seinen verschwenderischen Erbsohn Jakob Hannibal II. gleich nach dessen schmählicher Heimkehr aus Salzburg im Jahr 1619 (Ars longa, vita brevis) vom Herrschaftsbesitz abschottete. Der kluge Kaspar übertrug seinem Sohn die Vogteien Feldkirch und Neuburg mit der Auflage, seinen Haushalt damit selbst zu finanzieren. Von den Erträgen der Emser Herrschaften erhielt er keinen Batzen mehr!

          Ein verantwortunsvoller Landesherr ...     ... und ein verschwenderischer Nichtsnutz
          Künstler: Killian [1617]                          Künstler: Unbekannt [1625]
Quelle: The Princely Collections, Liechtenstein        Quelle: Staatsbibliothek Berlin 

Einige Jahre später, im Jahr 1626, errichtete er aus seinen Herrschaften Hohenems, Lustenau, Vaduz und Schellenberg ein Fideikommiss, also eine Erbstiftung. Damit wurden diese Herrschaften unverkäuflich und unversetzbar. Sie durften nicht mehr als Pfand für Darlehen eingesetzt werden, auch wenn ihre laufenden Einkünfte noch versetzbar blieben. Außerdem wurde jeweils der älteste Sohn Eigentümer des Fideikommisses, während den Töchtern eine angemessene Auszahlung vorgesehen war. Die jüngeren Söhne sollten anderswo ihre Karriere suchen. Erzherzog Leopold von Tirol erklärte sich bereit, mit seinen Nachkommen als Garant aufzutreten. Auch Kaiser Ferdinand II., König Philipp IV. von Spanien (als Eigentümer Mailands) und die acht eidgenössischen Orte am linken Alpenrhein wurden um Anerkennung ersucht und genehmigten diese.

Mit diesem Rechtsakt sorgte der Reichsgraf dafür, dass die Vermögensmasse seiner Herrschaften, die er zum Zeitpunkt der Stiftung auf über 500.000 Gulden schätzte – inklusive der Grafschaft Gallarate bei Mailand –, bis zu seinem Ableben erhalten und einigermassen schuldenfrei blieb. Leider sollte er das Ende des Dreißigjährigen Krieges nicht mehr erleben: Er starb im Jahr 1640 im Alter von 67 Jahren in der Hoffnung, den Fortbestand seiner Dynastie gesichert zu haben. Doch dabei täuschte er sich. Auch wenn sein ältester Sohn und designierter Nachfolger Jakob Hannibal II. ihm schon kurz darauf im Jahr 1646 ins Jenseits folgte, schaffte der es trotzdem, mit seiner hemmungslosen Verschwendungssucht, das Vermögen der Familie zum Großteil aufzuzehren. Den Rest genehmigte sich Feldmarschall Wrangel bei seiner Plündertour durch Vorarlberg im Jahr 1647. Die Fortsetzung dieser traurigen Geschichte wollen wir uns aber für den nächsten Blogabschnitt sparen.


Kommentare

  1. Lieber Emil,
    Bewundernswert (Schicksal?) wie du sogar im relativ fernen Norden noch
    etwas für deine Emser entdeckst! Sehr erschütternd: Was kann der armen
    Mutter Erde (mit ihrer ausgefallenen Position in unserem Sonnensystem)
    noch alles passieren, wenn schon ein relativ unbedeutender Krieger eine
    ganze gut gerüstete Gegend in Aufruhr bringen kann!? Lass uns trotzdem
    auf Gutes hoffen!
    Friedl

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  2. Hans Christian Cars7. Februar 2026 um 03:41

    Käre Emil!

    Varmt tack för Dina ansträngningar att belysa trettioåriga kriget, som tyvärr förde med sig så mycket lidande och förödelse. Karl XIIs angrepp på Narva fick ju för Sveriges del en rätt bra inledning på 1700-talet som avslutades med den franska revolutionen.

    Ur detta kaos framträdde Napoleon som sökte erövra Östeuropa och inta Moskva, vilket han lyckades med men sedan inte såg sig någon annan råd än att snöpligen vända hem igen med en starkt minskad armé. Det behöver jag inte berätta för dig. Nämner det bara som exempel på hur labil den historiska utvecklingen kan visa sig vara, vilket också Dina många anförvanter säkert fått känna på under den tid då de var mäktiga.

    Mad hjärtliga hälsningar från tillgivne vännen
    HC

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