ABENDROT

Die Ambrasser Rüstungssammlung, ausgestellt im Unteren Belvedere 1814-90
Künstler: Goebel (1875)   Quelle: Kunsthistorisches Museum, Wien

An einem schönen Frühlingstag im Jahr 1854 besuchte eine Edeldame im mittleren Alter Prinz Eugens Prunkschloss Belvedere in Wien. Nachdem sie den Schlosspark hinunter zum Unteren Belvedere spaziert war, betrat sie die Ausstellungsräume dieser eindrucksvollen Anlage. Bald blieb sie vor vier alten Rüstungen stehen, die nebeneinander an der Wand hingen. Und dort verweilte sie in tiefer Konzentration.

Der Kustos der Schlosssammlungen befand sich zufällig im gleichen Raum und wurde auf die Dame aufmerksam; sie war ja die einzige Besucherin an diesem stillen Vormittag. Er gesellte sich zu ihr und wollte sie über die Geschichte der Rüstungssammlung des Saals aufklären. Zu seiner Überraschung unterbrach sie ihn gleich und erzählte ihrerseits den Lebenslauf der vier Helden, die die Harnische einst getragen hatten. Mehr noch, sie erklärte ihm auch, dass diese ihre Vorfahren gewesen seien.

Verblüfft über diese Aussage verwickelte sich der Kustos bald in ein reges Gespräch mit der Edeldame. Sie wiederum war sehr erfreut über sein Interesse und lud ihn zu ihrer Herrschaft nach Böhmen ein, um ihm Gelegenheit zu geben, die Geschichte ihrer Vorfahren weiterzuverfolgen. Er nahm die Einladung gerne an, fuhr nach Böhmen und konnte in ihrem Schloss die Porträts sämtlicher Vorfahren, sowie Teile einer einst großartigen Bibliothek bewundern.

Der Name der Edeldame war Ernestine Freiin von Langlet (1804-1868) und sie sollte sich als letzter Spross des Emser Stammes erweisen. Ihre Residenz war das Schloss Frischenberg in der Herrschaft Bistrau (Bistré) in Böhmen nahe der Grenze zu Mähren. Der Kustos hieß Joseph Bergmann, ein bekannter Historiker und Philologe. Er wurde durch dieses Zusammentreffen stark dazu inspiriert, Näheres über die Emser zu erfahren, und verfasste in den Jahren 1859-60 die erste Monografie über das Geschlecht.

Titelblätter der zwei Monografieteile von Bergmann
Quelle: Google

Und damit schließt sich der Kreis unserer Bruderreise! Wie im ersten Blogabschnitt (Macht und Herrlichkeit) schon erwähnt, wurde Bruder Ludwig einst durch meine Erzählungen über das alte Emser Geschlecht dazu angeregt, mehr über diese Familie zu erfahren. Dabei stieß er auf Bergmanns zweiteilige Monografie und konnte so eine vollständige Chronik der Emser erstellen. Anlässlich meines siebzigsten Geburtstags schenkte er mir ein Büchlein, das Bergmanns Werk zusammen mit einer von ihm erstellten Einleitung umfasste. Und er schlug vor, dass wir drei Brüder Ems gemeinsam den Gefilden der alten Emser nachspüren sollten. Und das haben wir getan! Wie bereits beschrieben, begann auch unsere Reise mit einer „Wallfahrt” nach Wien. Dort traten wir in Ernestines Fußstapfen und konnten die gleichen Rüstungen bewundern wie die Freiin einst (Parade der Pfauen), auch wenn sie inzwischen in der Hofburg gelandet waren!

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Freiin von Langlet ist zwar das letzte Glied in der Kette, doch es fehlen uns noch einige männliche Zwischenglieder. Und das sind nicht irgendwelche! Als ahnten sie das Ende, haben sich die Emser im 18. Jahrhundert noch einmal zusammengerafft, um die Szene mit einem Paukenschlag statt mit Seufzen zu verlassen. Sodann obliegt es uns, noch weitere Geschichten zu erzählen, vor allem die vom Kriegerprinzen und seinem Emser Adepten.

Der Prinz hieß Eugen von Savoyen (1663-1736) und sollte mit seiner außerordentlichen Begabung als Feldherr und Organisator des kaiserlich-habsburgischen Kriegswesens die Großmachtstellung der Habsburger in Europa noch ein letztes Mal für einige Jahrzehnte festigen. Er bedarf keiner weiteren Erläuterung. Sein Adept war Franz Rudolph von Ems (1686–1756). Er widmete sein Leben dem Militär, wie einst seine Ahnen, und beendete seine Karriere als Feldmarschall, Befehlshaber der Kavallerie und Militärkommandant in Mähren. Ein später Emser, der den Vergleich mit den Emser Renaissanceobristen nicht zu scheuen braucht!

Der große Heerführer und sein Adept
Franz Rudolph von Hohenems                  Prinz Eugen von Savoyen       
                            Quelle: Alamy         Künstler : van Schuppen (1718)   Quelle: Belvedere, Wien

Franz Rudolph war der einzige Sohn von Jakob Hannibal III. (1653-1730), des unseligen Besitzers der Herrschaften Vaduz und Schellenberg. Dieser hatte jahrzehntelang vergeblich nach der Regierungsmacht in den Emser Herrschaften gelechzt (Die letzte Reise). Schließlich war der Verkauf von Vaduz und Schellenberg nicht mehr zu verhindern, sodass er ab 1712 nur noch Grundbesitzer im Königreich Böhmen war und den Habsburgern untertan. Seine reichsunmittelbare Herrlichkeit als Landesherr hatte er verloren. Doch nicht für immer!

Schon ein Jahr später starb sein Cousin Franz Karl, der „Absentee Landlord” der nördlichen Herrschaft Hohenems/Lustenau, ohne Erben. Die Zwangsverwaltung wurde aufgelöst und damit stand dem Regierungsantritt Jakob Hannibals III. nichts mehr im Wege. Bereits im Jahr 1716 wurde er als der neue Landesherr und Reichsgraf gehuldigt. Der ehrgeizige Emser hatte sein Ziel erreicht! Doch hatte er zu lange auf die neue Machtstellung warten müssen und jetzt reizte sie ihn nicht mehr. Nach nur zwei Jahren trat er alle seine Herrschaften an seinen Sohn ab und reiste gen Wien, um sich ganz einer Hofkarriere zu widmen.

Er hatte bereits früher am Kaiserhof antichambriert und auch eine Stellung als Kämmerer der Kaiserwitwe ergattert. Nun gelang es ihm durch Vermittlung der Liechtensteiner, eine angemessene Sinekure in der Residenz zu erhalten. So konnte er seinen Lebensabend zunächst als Kammerherr der Kaiserwitwe Eleonora Magdalena (1655-1720) und später als Geheimer Rat und Obersthofmeister der Schwestern Karls VI., der Erzherzoginnen Maria Elisabeth (1680-1741) und Maria Magdalena (1689-1743), vergolden.

Drei Gönnerinnen eines alternden Reichsgrafen

Nun zu seinem Sohn: Dieser begann 1707 im Alter von 21 Jahren seine militärische Laufbahn als Rittmeister im Kürassierregiment des Grafen Falkenstein. Danach ging es für ihn stetig aufwärts, denn die ständigen Kriege zu dieser Zeit boten füllige Karrieremöglichkeiten für ehrgeizige und fähige Krieger, die das Glück hatten, die Schlachten zu überleben. So wurde einer der letzten Emser wieder, im Gegensatz zu seinen unmittelbaren Vorfahren, ein erfolgreicher Kriegsführer und -gewinner, statt von den Verheerungen der Kriegszüge in den Notstand gedrängt zu werden.

Seine Geschichte läuft parallel zu den großen Kriegen, die Europa in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verheeren sollten. Es waren vor allem drei Erbfolgekriege und zwei Türkenkriege. Franz Rudolph verdiente sich seine Sporen schon im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714), in dem er sich als Rittmeister in den großen und entscheidenden Schlachten bei Oudenaarde und Lille (1708) sowie bei Malplaquet (1709) auszeichnete. Prinz Eugen war in dieser Kriegsphase zusammen mit Churchill Heerführer und fand Gefallen am jungen Krieger. Bereits 1710 beförderte er ihn zum Adjutanten. Das war für Franz Rudolph „gefundenes Fressen”, denn jetzt konnte er die Kriegsführung des Prinzen aus nächster Nähe studieren.

Die Schlacht bei Oudenaarde 1708
Aus Huchtenberg & Dumont [1725], Batailles gagnés par le serenissime Prince Eugene ...
Quelle:
CAMBI, Manoscritti e Libri Antichi e Rari

Zu Beginn des Venezianisch-Österreichischen Türkenkriegs (1714–1718) sehen wir ihn schon als Oberstleutnant, der sein Schwadron in die Schlachten führen sollte. 1716 wurde er jedoch wieder zum Generalstab des Prinzen kommandiert und konnte dort die geniale Schlachtleitung des Prinzen mitverfolgen, unter anderem bei der zweiten Stürmung von Belgrad (1717).

Die Schlacht bei Belgrad 1717
Blatt aus Rogg [1717], Glück- und Unglücks-Fälle der ... Haupt-Vestung Belgrad ...
Quelle: Bayerische Staatsbibliothek München

Danach herrschte 15 Jahre lang Ruhe im Reich und die Karrierechancen im Militär waren begrenzt. Doch wie üblich bei Königstreffen wurde Franz Rudolph anlässlich der Königskrönung Karls VI. (in Böhmen) im Jahr 1723 zum kaiserlichen Kämmerer und Oberst befördert.

Im Polnischen Erbfolgekrieg (1733-1738) ergaben sich für den ehrgeizigen Krieger neue Möglichkeiten. Während der greise Prinz zögerlich und erfolglos seine Truppen gegen die Franzosen am Rhein manövrierte, kämpfte Franz Rudolph gegen die Franzosen, Spanier und Savoyer in Italien. Noch zu Kriegsbeginn wurde er zum Generalmajor ernannt und zeichnete sich in den Kämpfen derart aus, dass er ab 1734 als Feldmarschallleutnant agieren konnte. Im Jahr darauf wurde ihm sein erstes Regiment, das Kürassierregiment Jung-Savoyen, verliehen und 1736 wurde er zum Hofkriegsrat befördert.

Nach dem Tod Karls VI. im Jahr 1740 geriet der Kontinent erneut in Aufruhr. Der Kaiser hatte keine männlichen Nachkommen hinterlassen, weshalb der König von Spanien, unterstützt von Frankreich, sowie die Fürsten von Bayern und Sachsen Anspruch auf die habsburgischen Erbländer erhoben. Auch der opportunistische Friedrich II. von Preußen (1712-1786) mischte sich ein: Er erpresste die Erbtochter Maria Theresia und forderte Schlesien als Preis für seine Anerkennung. Und fiel sogar ohne Kriegserklärung mit seinem Heer in Schlesien ein. So begann der Österreichische Erbfolgekrieg (1740-1748), der die meisten kontinentalen Mächte einbeziehen sollte.

Die Schlacht bei Mollwitz 1741
Künstler: Hayman (1741)   Quellei: Wien Museum

In der ersten großen Schlacht des Krieges im Jahr 1741 bei Mollwitz in Schlesien nahm Franz Rudolph mit seinen fünf Kürassierschwadronen unter General Römer an der Bestürmung und Bezwingung des rechten preußischen Flügels teil. Dabei wurde König Friedrich in die Flucht getrieben. Dieser eilte allerdings rasch zur Front zurück und konnte die Schlacht schließlich für sich entscheiden. Baron Römer fiel im Gemetzel, und der Emser wurde zu seinem Nachfolger als General der österreichischen Kavallerie ernannt.

Als Kavalleriegeneral focht er mit wechselndem Erfolg an den Kriegsschauplätzen Schlesien, Böhmen, Bayern und der Pfalz, bis zu den entscheidenden Schlachten bei Hohenfriedberg und Soor (1745), die die Preußen für sich entschieden. Schlesien war für immer verloren. Im selben Jahr wurde er zum Feldmarschall befördert und die Kampfhandlungen verlagerten sich nach Italien und schließlich in die Niederlande.

Die Schlacht bei Hohenfriedberg 1745
Künstler: Busch (1756)   Quelle: Stadtmuseum Berlin

Auch in den darauffolgenden Friedensjahren war er im Militär beschäftigt. Schon 1751 wurde er vom Reich zum Katholischen (Reichs-) General der Kavallerie ernannt. Bis zu seinem Lebensende war er gleichzeitig als Militärgouverneur der Provinz Mähren tätig. Den Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763), der unter Gelehrten auch als „Erster Weltkrieg” bekannt ist, sollte er doch nicht mehr erleben.

In der Geschichtsschreibung dieser Kriege scheint er kaum hervorzutreten. Als General kann man ihm keine entscheidenden Erfolge zuschreiben und er war auch nie Oberbefehlshaber in großen Schlachten, die in die Geschichte eingingen. Seine Zeit war die des beginnenden Verfalls der habsburgischen Großmacht, was durch das damalige Bonmot „Das ist der Fluch von unserem Haus: Auf halben Wegen und zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben” treffend beschrieben wird. Trotzdem sticht er unter den Emsern als der ranghöchste Militär hervor, der je das Kriegshandwerk betrieben hat. So übernahm er den Staffelstab seines Onkels Franz Willhelms II., des „Helden von Slankamen”, dessen Militärkarriere durch dieselbe Schlacht jäh beendet wurde (Die letzte Reise).

Auch in seinem Privatleben stach er hervor. In seinem für die damalige Zeit langen Leben war er dreimal verheiratet und überlebte all seine Gemahlinnen. Seine erste Frau war eine Feindestochter, die Tochter des französischen Militärkommandanten der Festung von Tournai, die 1709 von den Alliierten eingenommen wurde. Eine Jugendliebe, ohne Zweifel! Er heiratete die nur 17-jährige Lydia de Sauville (1694-1715) im Jahr 1711, doch leider starb sie schon 1715, als sie mit dem ersten Kind schwanger war. Auch seine zweite Frau, Anna Margaretha von Thurn-Valsassina, die er drei Jahre später heiratete, starb früh und kinderlos.

Porträt des Schwiegervaters – Notmünze des belagerten Tournai
Quelle: CGB Numismatique Paris

Doch aller guten Dinge sind drei! Als er schon fast fünfzig war, fielen seine Augen auf eine junge Maid, die im kaiserlichen Hofdienst in Wien stand. Ihr Name war Francisca Romana de la Roche (1712-1752) und sie war von anmutiger Schönheit. Wieder entbrannte wie einst die Leidenschaft im Connaisseur und noch im Jahr 1733, kurz vor seiner Abreise an die italienische Front, fand die Hochzeit statt. Auch wenn am Kaiserhof wegen der nicht standesgemäßen Verbindung mit einer Niederadeligen die Augenbrauen gerunzelt wurden, ließ sich Franz Rudolph davon nicht abbringen. Und zwei Töchter wurden in rascher Folge geboren, aus dieser Verbindung mit der bei Weitem anmutigsten Emserin aller Zeiten!

      Der alternde Feldherr ...            .... und seine anmutige Gemahlin
Künstler: Kopecký (1733)                            Künstler: Unknown (1733)
Quelle: Hohenemser Porträtgalerie Polička    Quelle: Aktionshaus invaluable        

Franz Rudolph von Hohenems ruht in seiner Gruft in der von ihm erbauten Barockkirche in Bistrau mit Ausblick auf das ebenfalls von ihm erbaute Schloss Frischenberg – beide bescheidene, jedoch angemessene Bauten dieses letzten großen Emsers!

Residenz des Lehrmeisters ...                              ... und des Adepten          
Künstler: Hitler (1813)   Quelle: WikiArt             
Künstler: Venuto (1813)   Quelle: Öst. Nat.B.

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Laut den Statuten des Fideikommisses fiel das Emser Erbe nun an Franz Rudolphs jüngeren Vetter Franz Wilhelm III. Posthumus (1692-1756). Dieser war sein ganzes Leben lang von den Emser Herrschaften entfremdet, denn seine Mutter Louise Josepha von Liechtenstein (1670-1736) heiratete bereits zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes einen steirischen Grafen namens Jakob Ernst von Leslie, der innerösterreichischer Hofkammerpräsident in Graz war. Und dort wuchs der Knabe auf.

Wie sein Vetter begann Franz Wilhelm III. früh eine Militärkarriere, wenn auch eine beschaulichere. Seine ersten Sporen verdiente er sich im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg (1714-1718), in dem er es bis zum Hauptmann im Bayritischen Regiment brachte. Kurz vor dem Polnischen Erbfolgekrieg (1733-1738) wurde er 1730 zum Rittmeister beim Philippi'schen Dragonerregiment befördert. 1732 folgte die Ernennung zum Oberstleutnant und Kommandanten der Stadt und Festung St. Georgen (Đurđevac) in Kroatien, welche er bis 1744 verwaltete – inzwischen war er zum Oberst befördert worden. In den Österreichischen Erbfolgekriegen hatte er keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen, denn er wurde bereits im selben Jahr zum Kommandanten der Stadt und Festung Graz ernannt. Diesen Posten behielt er bis zu seinem Tod und avancierte dort kurz zuvor noch zum Generalmajor.  

Ein Generalmajor ...                                             ... der Graz befehligt                            
Künstler: Kauffmann (1751)              Blatt aus Vischer [1708], Topographia Ducatus Styriae 
Quelle: Hohenemser Porträtgalerie Polička                      Quelle: U. of Toronto                       

Auch in seinem Privatleben war er, im Gegensatz zu seinem Vetter, eher beschaulich. Er blieb der Steiermark treu und bewarb sich bereits 1733 um die Aufnahme in die Steirischen Stände. Zum Heiraten brauchte es jedoch einige Zeit. Erst im Alter von 49 Jahren vermählte er sich (1741) mit der Tochter des steirischen Grafen Hannibal Balthasar von Wagensberg, seines Vorgängers als Militärgouverneur von St. Georgen. Sie gebar ihm eine Tochter namens Maria Rebecca (1742-1806).

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Franz Wilhelm sollte seine Huldigung in Hohenems kaum überleben, denn er starb schon vier Jahre nach seinem Herrschaftsantritt. Damit sind wir eigentlich am Ende der Emser Geschichten angelangt, denn es gibt keine männlichen Erben mehr zu verzeichnen. Das Hohenemser Reichsgrafengeschlecht war für immer erloschen. Doch nicht die Emser Nachfahren! Wenn wir sie einfach zur Seite schieben, würden wir ihnen Unrecht tun.

Sodann wollen wir im nächsten Blogabschnitt die Chronik weiterführen und sie erst nach dem Jahrhundert der weiblichen Emser beenden. Und was für ein Jahrhundert: voller Intrigen, Rechtssachen und wohlwollend-idiosynkratischer Herrinnen. Ohne sie wären die Kunstschätze von Hohenems wie vom Wind zerstreut geworden; die Porträts des Geschlechts und unersetzliche Manuskripte wie das Nibelungenlied wären verschollen, das Schloss in Hohenems hätte das Schicksal der Festung geteilt und kein Bergman hätte mit seinen Monografien das Geschlecht wiedererweckt; von einer Bruderreise auf den Spuren der Emser ganz zu schweigen!

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